Ricarda-Huch-Schüler wollen Gießen frei von Wegwerfbechern machen

Aus dem Gießener Anzeiger vom 21.02.2017
Bildquelle: Eigenproduktion

GIESSEN – Das Ziel lässt aufhorchen: „Gießen – die erste Stadt der Welt, in der es keine Wegwerfbecher mehr gibt.“ Seit eineinhalb Jahren läuft an der Ricarda-Huch-Schule ein Projekt zur Nachhaltigkeit. Passend dazu war bereits im vergangenen Jahr ein improvisiertes Theaterstück eingeübt und aufgeführt worden. Außerdem hat sich die „Ricarda“ an einem Wettbewerb der „KlimaKunstSchule“ beteiligt. Nun wollen sieben Schüler der Klasse 7a zusammen mit ihrem Lehrer Christian Schmidt Nägel mit Köpfen machen. Doch der Weg zu einer „müllfreien To-Go-Mentalität“ ist noch weit. Ermutigt hat die ausschließlich in ihrer Freizeit tagende Gruppe allerdings, dass sie vor Kurzem im Rathaus Dr. Gerd Hasselbach, dem Leiter des Umweltamtes, und Michael Bassemir vom Büro Bürgerbeteiligung und Lokale Agenda 21 ihre Idee vorstellen konnten.

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Pfand einführen

„Mit einem Becherpfand wäre es schlagartig mit dem Müll vorbei“, sagt Christian Schmidt im Gespräch mit dem Anzeiger. Nach den Vorstellungen der jungen Umweltschützer sollten Kunden, die ein To-Go-Heißgetränk aus einem beschichteten Becher genossen haben, das Gefäß bei jedem Stand oder Geschäft zum Beispiel in der Innenstadt zurückgeben können, das an der Aktion teilnimmt. Schließlich verfüge ja „jeder Anbieter von Mitnahmegetränken“ über eine Spülmaschine. So könnte er auch Becher spülen, die bei ihm abgegeben werden und sie wieder in Umlauf bringen. Angelehnt seien die Pläne an das Flaschenpfand, betont Schmidt. Wo immer ein kompostierbarer To-Go-Becher (aus Holz, Bambus oder Maisstärke) abgegeben werde, bekomme der Kunde sein Pfand rückerstattet. Das könnte zwischen 50 Cent oder einem Euro betragen und sich eventuell an dem System von „Sanifair“ („Saubere Toiletten“) orientieren, sodass ein Teil des Pfandes in dem jeweiligen Geschäft zum Bezahlen verwendet werden kann.

Passantenbefragung

Große Hoffnung setzt die Projektgruppe auf die Unterstützung durch die Gießener BIDs, die ihr bei der Umsetzung helfen könnten. Ähnliche Initiativen gebe es bereits in der Mensa der Justus-Liebig-Universität, sagt Schmidt. Dort allerdings funktioniert das mit Automaten.

In einem nächsten Schritt wollen die Siebtklässler der Kooperativen Gesamtschule nun mit einem selbst erarbeiteten Fragenkatalog eine Umfrage unter Passanten und Geschäftsleuten auf dem Seltersweg machen. Die Auswertung soll danach Hasselbach und Bassemir zusammen mit einem konkreten Konzept zur weiteren Beratung vorgelegt werden. Seine Bereitschaft dazu hat Gerd Hasselbach bereits signalisiert.

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