Unser Ausflug nach Frankreich Niederbronn-les-Bains

Vom 30. August 2018 bis zum 1. September 2018 haben wir, der Geschichte Leistungskurs und dem Französisch Leistungskurs der Ricarda-Huch-Schule eine Exkursion nach Frankreich, Niederbronn-les-Bains gemacht. In diesen drei Tagen setzten wir uns mit den Geschehnissen des Zweiten Weltkrieges auseinander. Wir hatten das Thema bereits in der Schule durchgenommen, sodass uns einige Sachen bereits bekannt waren, ich jedoch auch viele neue Erkenntnisse gewonnen habe.

Direkt am ersten Tag besuchten wir die Kriegsgräberstätte in Niederbronn-les-Bains, welche sich direkt neben unserer Jugendherberge befand.

Festung Simserhof

Auf der Kriegsgräberstätte lagen viele deutsche Soldaten, aber auch einige Zivilisten, die im Zweiten Weltkrieg hier im heutigen Niederbronn umgekommen sind. Ich fand besonders spannend und interessant, dass die Jugendherberge Informationen über die auf der Kriegsgräberstätte liegenden Menschen sammelt und so ihre Geschichte nachkonstruiert. Bei einem Workshop konnten wir uns dann in diese Geschichte reinlesen und die einzelnen Schicksale kennenlernen, durch Briefe, Dokumente und auch Tagebucheinträge. Besonders interessant fand ich wie die einzelnen Menschen über den Krieg gedacht haben und ihre Einstellung dazu.

Kriegsgraberstatte Niederbronn

Am Freitag sind wir in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof gefahren. Das Konzentrationslager oder besser gesagt alle heutigen Konzentrationslager dienen vorrangig als Gedenkstätte an die Opfer des Holocaust, dementsprechend hat man sehr viel Respekt vor solchen Orten. Wir (der Geschichte LK) hatten jeder ein Bild des Überlebenden Henri Gayot bekommen. Die Bilder zeigten gewisse Orte auf dem Gelände des Konzentrationslagers, die er gezeichnet hatte, während er dort inhaftiert war. Diese Orte mussten wir finden und dann später bei einem gemeinsamen Rundgang vorstellen. Ich hatte das Krematorium. Das Krematorium war nicht nur der erste Ort, wo die Deportierten angekommen sind und ihrer Würde und Menschlichkeit beraubt wurden, nein es war auch der Ort, wo ihnen das Leben genommen wurde.

KZ Natzweiler-Struthof

Wenn man sich den riesigen Ofen angeschaut hat, in dem die Leichen verbrannt wurden, ist das surreal und man kann sich dies gar nicht wirklich vorstellen, wie Menschen zu so etwas fähig waren. Konzentrationslager sind nicht nur Gedenkstätten sondern auch eine Mahnung an die Menschheit und ich finde es persönlich sehr wichtig so etwas zu besuchen und zu begreifen was und vor allem wie das damals abgelaufen ist und ich finde auch, dass das eine Art des Respektzollens gegenüber den Opfern des Holocaust ist, wenn man solche Orte besucht und sich denkt: nie wieder!

Am Samstag, unseren letzten Tag, haben wir die Festung Simserhof (die Maginot-Linie) besucht. Ich fand die Festung sehr beeindruckend, vor allem da ich über diese nicht so viel wusste und war beeindruckt, wie die Menschen früher schon so ein gutes System haben konnten, wie sie zum Beispiel ihre Technik (Strom) gebaut haben. Auch die Zeit, die die Menschen dort unten verbracht haben bzw. mussten, diese ganze Festung unter der Erde erinnerte mich stark an das Leben in einem U-Boot. Die Führung, die wir dort bekommen haben, und den Film, den wir gesehen haben, fand ich sehr gut und man konnte sich, das Leben der Soldaten soweit es geht, sehr gut vorstellen.

Als Fazit würde ich sagen, dass diese Exkursion das Wissen, welches wir in der Schule gelernt haben, über den Zweiten Weltkrieg vertieft und erweitert hat. Vor allem der Workshop (das Lesen einzelner Schicksale) fand ich sehr beeindruckend und interessant. Man konnte sich in die Rollen verschiedener Menschen hineinversetzten, in Menschen, die mit voller Überzeugung dabei waren und die nationalsozialistischen Ansichten zu 100% vertraten, aber auch Menschen, die Widerstand geleistet haben. Den Simserhof fand ich auch sehr gut, da man sich auch mal die andere Seite angeschaut hat, die französischen Soldaten.

Insgesamt war es eine sehr schöne Exkursion und daher auch ein Dankeschön an die Stiftung Gedenken und Frieden e. V., die uns finanziell unterstützt hat und eine sehr tolle Arbeit leistet.

Tyra Kaguah

 

 

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