Aus dem Gießener Anzeiger vom 21.06.2023
Bildunterschrift: Stolz auf das Projekt: Die Ricarda-Huch-Schule wird als eine Bikeschool von der Stadt Gießen und dem Verein Bikepool Hessen unterstützt. Foto: Zielinski © Zielinski
Vorreiter der Gießener Schulen ist die Ricarda-Huch-Schule, die bereits seit 2016 eine Bikeschool ist. 17 Mitglieder des Kollegiums haben sich bereits fortgebildet, um Radfahren unterrichten zu dürfen.
Gießen . »Fahrradfahren an weiterführenden Schulen hat keine lange Tradition«, stellte Stadträtin Astrid Eibelshäuser im Rahmen eines Pressegesprächs fest. Um die Unterstützung der Stadt Gießen für Fahrradunterricht an Schulen zu fördern, besuchte sie zusammen mit dem Stellvertretenden Amtsleiter des Schulverwaltungsamts, Christian Neißner, die Ricarda-Huch-Schule (RHS).
Seit 2022 stellt die Stadt Gießen jährlich ein Budget von 35 000 Euro zur Verfügung, um Fahrräder und Zubehör für Gießener Schulen zu finanzieren. Dabei arbeitet sie mit dem Verein Bikepool Hessen zusammen, der Fahrräder für die Schulen stellt. Dieses Pilotprojekt verspricht Unterstützung für alle Schulen, die für die Dauer von mindestens fünf Jahren das Radfahren mit in ihr Schulprogramm aufgenommen haben. Dazu zählen neben der RHS die Liebigschule, die Theodor-Litt-Schule, das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium sowie die Herderschule.
14 Räder für erfüllte Förderbedingungen
Diese sogenannten Bikeschools integrieren Fahrradfahren dabei in den Sportunterricht und wollen durch AGs und Projektwochen genügend Angebote für Schülerinnen und Schüler zum Radfahren gewährleisten. Wenn diese Förderbedingungen erfüllt sind, dann erhalten die Schulen zunächst 14 Räder, die von der AOK finanziert werden. Ziel des Projektes ist es, dafür zu sorgen, dass Kinder verkehrssicher fahren können. Darüber hinaus sollen durch schuleigene Räder auch alle unterstützt werden, die kein eigenes Fahrrad besitzen.
Vorreiter der Gießener Schulen ist die Ricarda-Huch-Schule, die bereits seit 2016 eine Bikeschool ist. 17 Mitglieder des Kollegiums haben sich bereits fortgebildet, um Radfahren unterrichten zu dürfen. Dadurch ist es möglich, mit zwei Lehrkräften in einer Doppelbesetzung eine ganze Klasse zu unterrichten.
Wegen fehlender Sportplätze und hohem Migrationsanteil bietet sich die RHS besonders gut für das Projekt an. »Vor allem in unseren Inklusionsklassen sind viele Schülerinnen und Schüler ohne Fahrraderfahrung«, erläuterte Björn Behrendt, Meister der Fahrradwerkstatt der RHS. Die Gießener Bikeschools sind ein Herzensprojekt von ihm und Thomas Linnemann, dem Mitinitiator der Liebigschule. Aus diesem Grund freute er sich über die Unterstützung der Stadt und des Bikepool Hessen. »Es gibt nichts vergleichbares in Hessen«, fügte er an.
Bereitschaft zur Weiterbildung
Auch Christian Neißner hofft, dass sich andere Städte am Gießener Beispiel orientieren. Für ihn ist es wichtig, dass die Schule genügend Lagermöglichkeit für die Fahrräder hat. Außerdem sei man auf die Bereitschaft von Lehrkräften angewiesen, sich weiterzubilden. Leider sei es derzeit schwierig, ohne Wartezeit an die gewünschten qualitativen Fahrräder zu kommen. So würden manche bestellte Fahrräder erst nach mehr als einem Jahr ankommen.
Laut der Stadträtin Astrid Eibelshäuser ist das Vorantreiben von Fahrradausbildung an Schulen eine wichtige Vorbereitung für die derzeit in der Stadt gebauten Fahrradspuren.

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