Ziel ist es, in Bewegung zu bleiben

Aus dem Gießener Anzeiger vom 12.05.2025

Eine Outdoor-Klasse der Ricarda-Huch-Schule Gießen ist wieder im Freien unterwegs gewesen.

Gießen (opk). 14 Stationen haben die 20 Schülerinnen und Schüler abzugrasen. An jeder muss eine Frage beantwortet werden, Zeit haben sie dafür nur eine knappe Dreiviertelstunde. »Jetzt aber los«, ruft Simon Wingefeld den fünf Vierergruppen zu, die sich dann vom Bootshaus aus entlang der Lahn zum Orientierungslauf machen, nachdem er die Regeln und die Route erklärt hatte. Und ausgerüstet mit dem Fragebogen und einer Karte, ziehen die Sechstklässler los.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Max Benner zeichnet sich Wingefeld für die Outdoor-Klasse an der Gießener Ricarda-Huch-Schule verantwortlich, einer der verschieden wählbaren Profil-Kurse. »Man muss schon laufen, um in der Zeit alle Fragen zu beantworten«, ruft Benner seiner Klasse noch hinterher, »spazieren gehen wird nicht reichen.« Einmal über den Rübsamen-Steg, auf der anderen Lahnseite zurück und schließlich erneut den Fluss überqueren, diesmal über das Wehr beim Lahnfenster. Dabei noch genau um- und hinschauen, um Antworten auf Fragen zu finden, wie »Wie viele Bögen hat die Brücke lahnabwärts?«, »Welcher Verein ist hier beheimatet?« oder »Wie weit ist es von hier bis nach Wieseck?«. Das ist sportlich in 45 Minuten – und genau das soll es sein.

Verschiedene Aktionen

In Bewegung bleiben, dabei Ortskenntnis und Kartenlesen schulen. Und natürlich den sozialen Umgang stärken. Das verknüpfen mehrerer Aspekte, vor allem an der frischen Luft, ist die Grundidee der beiden Lehrkräfte. Zwei Stunden pro Woche haben sie mit ihrem Kurs, so dass jeden Donnerstagnachmittag – vorausgesetzt das Wetter spielt mit – im Freien verschiedene Aktionen durchgeführt werden.

So auch vor den Osterferien, als die Outdoor-Klasse das Thema »Umweltschutz und Nachhaltigkeit« mit dem Aufsammeln von Müll an gleicher Stelle aufgriff. Rund um die Bootshausstraße hoben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern Unrat auf und schmissen ihn in mitgebrachte Plastiktüten. »Die waren am Ende so voll, dass wir sie kaum noch tragen konnten«, ist Benner auch im Nachhinein noch erstaunt, ja schockiert, wie viel Müll auf diesen wenigen Meter doch zusammenkam. Durch diese Aktionen ein Bewusstsein für bestimmte Dinge entwickeln, auch das ist ein Ziel des Projektes.

Am kommenden Donnerstag wird die Outdoor-Klasse das Müllsammeln wiederholen, darauf die Woche dann den Orientierungslauf. Dann aber natürlich an anderer Stelle, da wird der Schwanenteich das Ziel sein.

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