Aus dem Gießener Anzeiger vom 28.11.2025
Text und Bild: Barbara Czernek
Der Zonta Club Gießen klärt Schüler über die Gefahren von K.-o.-Tropfen auf. Ein Mitglied berichtet von eigenen Erfahrungen.
Zwischen 2019 und 2024 hat die polizeiliche Statistik allein in Hessen 306 Straftaten erfasst, die unter Zuhilfenahme von K.-o.-Tropfen begangen wurden. Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ verteilte der Serviceclub Zonta Burg Staufenberg – Gießen daher an drei heimischen Schulen entsprechende Schutzarmbänder, um auf die Problematik hinzuweisen. Auch vor dem Rathaus machten die Frauen auf das Thema aufmerksam, dem sich die UN-Kampagne „Orange the World“ seit 1991 widmet. Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen finden jeweils bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, statt.
Die Farbe Orange symbolisiert in diesem Zusammenhang Hoffnung und Zuversicht. Unter dem Motto „Zonta says no“ („Zonta sagt Nein)“ beteiligt sich Zonta international daran, ebenso der Gießener Club, der diesmal seinen Fokus auf Präventionsarbeit legt. Die Club-Damen überreichten in der „Ricarda“ und in der „Lio“ jeweils 150 dieser speziellen Armbändchen an die Oberstufenschülerinnen und -schüler.
Eine schnell wirkende Droge
Club-Präsidentin Dr. Susi Rentschler-Bellinger verdeutlichte beim Besuch in der Schule die Gefährlichkeit dieser schnell wirkenden Droge: Denn K.-o.-Tropfen sind geschmacks- und farblos, sie machen das Opfer wehr- und willenlos und sind zudem nur kurze Zeit im Körper nachweisbar. Die Armbänder ermöglichten es, Getränke diskret auf Verunreinigungen zu testen, so Rentschler-Bellinger. Die Handhabung sei einfach: Man taucht seinen trockenen Finger in das Getränk und benetzt anschließend damit den Teststreifen auf dem Armband. „Färbt sich das Testfeld gelb, ist alles in Ordnung, kommt die Farbe Blau zum Vorschein, ist Vorsicht geboten.“ Die Testbändchen könnten allerdings keine 100-prozentige Sicherheit gewährleisten, daher sei es ratsam, die Polizei und den Notarzt zu verständigen, „wenn einem etwas komisch vorkommt“. Die Bänder sind ebenfalls in den Drogeriemärkten Rossmann und DM erhältlich.
Dass Warnungen vor K.-o-Tropfen keine leeren Sprüche sind, davon konnten sich die Schülerinnen und Schüler selbst überzeugen. Zonta-Mitglied Anja Horstmann berichtete von einem Vorfall, den sie selbst vor rund zehn Jahren durchlebt habe. Bei einem Date in ihrer Lieblingskneipe habe ihr nämlich jemand K.-o.-Tropfen verabreicht. Sie erinnere sich noch daran, dass sie zunächst am Tisch mit jenem Bekannten gesessen habe – die nächste Erinnerung setzte bei ihr dreieinhalb Stunden später und in einer völlig anderen Kneipe wieder ein. „Ich weiß bis heute nicht, was in dieser Zeit passiert ist. Das macht etwas mit dir“, betonte sie. Daher appellierte sie an die Schülerinnen und Schüler, sich auf alle Fälle an die Polizei zu wenden, wenn sie bei sich oder Freundinnen und Freunden Ungereimtheiten bemerken würden: „Habt Spaß, seid aber auch aufmerksam.“

Bei Fragen und Problemen schreiben Sie mir eine Mail. Mein Name ist Olaf Dinkela, ich koordiniere die Öffentlichkeitsarbeit der RICARDA.
Hinterlasse einen Kommentar