Gießen (bcz). 175 Jahre Nationalversammlung in der Paulskirche wurden in diesem Jahr gefeiert – Grundlage für das Ein-Mann-Stück »Einigkeit und Recht und Freiheit – Die Revolution von 1848/49« von Tino Leo. Leo ist Autor, Schauspieler, Direktor der Mainzer Schauspielschule und »Histotainer«, hat das Stück im Auftrag der hessischen Landesregierung eigens für Schulklassen entwickelt.
Aus dem Gießener Anzeiger vom 13.07.2023 | Bild und Text Barbara Czernek
Nun gastierte Leo damit an der Ricarda-Huch-Schule und dem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium.
Er erzählt die Geschichte des Adam von Itzstein, einem Freiheitskämpfer und Abgeordneten der Frankfurter Paulskirchenversammlung, der sich nach deren Scheitern auf der Flucht befindet. In Rückblenden erzählt er spannungsgeladen die Geschichte dieser Revolution und der nie in Kraft getretenen Verfassung der Paulskirche, die er als Großmutter des Grundgesetzes bezeichnete.
Viele Dinge, die heute selbstverständliche Grundwerte darstellen, waren damals revolutionär, wie auch das Lied der Deutschen von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Es war als ein Gegenentwurf zu den verherrlichenden Adels- und Königshymnen konzipiert, um die Einheit aller Deutschen zu unterstreichen, so Leo. Dabei schlüpft er insgesamt in zehn verschiedene Rollen, vom Fürst von Metternich über den preußischen König bis hin zum armen Bauern, der ums nackte Überleben kämpft. Basierend auf historischen Fakten ließ er die damalige Zeit vor den Augen der Schüler wieder aufleben. Das verlangte Vorwissen und Konzentration, womit die Ricarda-Schüler der neunten Klasse gut zurecht kamen.
Ausgiebig hatte Leo recherchiert und dabei festgestellt, dass die damals führenden Köpfe in völlige Vergessenheit geraten sind. Namen wie Johann Adam von Itzstein, Friedrich Hecker oder Heinrich von Gagern sind den wenigsten heute noch geläufig. »Das ist ungemein schade«, so Leo, der rund fünf Monate an dem Stück gefeilt hat. Mit zu dem Konzept gehört es auch, dass die Schüler anschließend Fragen stellen, wovon sie ausgiebig Gebrauch machten. Am Montag war es die 67. Aufführung für ihn. Mehr als 200 Anfragen habe er bekommen, die er alle in den nächsten zwei Jahren abarbeiten werde, denn schließlich habe er auch noch weitere Projekte. Dies sei sein achtes Stück dieser Art gewesen, antwortete er auf die entsprechende Frage und verriet auch, dass das nächste Werk dieser Art bereits in Arbeit sei.

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