KulturSchule

Ansprechpartner*Innen

Antje Koetter

KulturSchul-Beauftragte

Andrea Maas

KulturSchul-Beauftragte

Olaf Dinkela

KulturSchul-Beauftragter

Beiträge aus der Rubrik KulturSchule

Die Idee

KulturSchule zu sein bedeutet für uns weit mehr, als Kunst, Musik oder Theater im Stundenplan zu haben. Kulturelle Bildung ist ein wesentlicher Teil unseres Verständnisses von Schule und Allgemeinbildung. Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Wissen erwerben, sondern gestalten, wahrnehmen, ausprobieren, verwerfen, neu denken und eigene Ausdrucksformen finden können. Deshalb schaffen wir im Schulalltag bewusst Raum und Zeit für Kunst. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit haben, künstlerisch tätig zu werden und dabei Erfahrungen zu machen, die über den Unterricht hinausreichen. Wer malt, musiziert, spielt, tanzt, schreibt, gestaltet, fotografiert oder inszeniert, erlebt sich selbst auf eine andere Weise: als jemand, der etwas hervorbringen, verändern und anderen zeigen kann.

Unser künstlerisches Curriculum verfolgt dabei ein einfaches, aber anspruchsvolles Ziel: Jeder junge Mensch soll im Laufe seiner Schulzeit die Chance erhalten, eine Form von Kunst oder kultureller Praxis für sich zu entdecken. Daraus kann eine Leidenschaft entstehen, die weit über die Schulzeit hinausreicht. Vor allem aber wächst dabei das Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft.

Kulturelle Bildung bedeutet für uns ebenso, Kunst zu erleben. Als Zuhörende, Betrachtende und Zuschauende begegnen unsere Schülerinnen und Schüler Werken, Aufführungen und kulturellen Ausdrucksformen; im Austausch mit Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden lernen sie unterschiedliche Perspektiven, Arbeitsweisen und Qualitätsmaßstäbe kennen. Kunst kann irritieren, berühren, Fragen stellen und vertraute Dinge plötzlich anders erscheinen lassen. Genau darin liegt eine ihrer großen Bildungsqualitäten.

Und KulturSchule endet nicht an der Tür des Musik-, Kunst- oder Darstellenden-Spiels-Unterrichts. Auch in sprachlichen, gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern nutzen wir ästhetische Zugangsweisen und Erfahrungen kultureller Praxis. Ein Thema kann nicht nur gelesen und erklärt, sondern auch dargestellt, gestaltet, inszeniert, gehört oder körperlich erfahren werden. So erweitert kulturelle Bildung die Möglichkeiten des Lernens. Sie eröffnet neue Zugänge zur Welt – und zugleich zu sich selbst- als einen Menschen, der kunstfähig ist.

Mit der Bewerbung um die Zertifizierung zur KulturSchule hat sich die Ricarda-Huch-Schule auf den Weg gemacht, Schule noch einmal grundsätzlicher als Ort des Lebens und Lernens zu denken und zu gestalten. Dabei wurde schnell deutlich: KulturSchule ist weit mehr als eine Sammlung kultureller Projekte oder ein besonders starkes Angebot in Musik, Kunst und Darstellendem Spiel. All das gehört selbstverständlich auch dazu. Entscheidend ist aber die Haltung dahinter. KulturSchule bedeutet für uns, Schule zu öffnen – für kulturelle Erfahrungen außerhalb des Unterrichts, für die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen, Künstlern und kulturellen Einrichtungen und für Lernformen, die näher am Leben und an den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler sind. Es bedeutet auch, Lernen ganzheitlicher zu denken: mit Kopf und Hand, mit Sprache, Bewegung, Wahrnehmung und Gestaltung. Wissen soll nicht nur aufgenommen, sondern erfahren, ausprobiert und in Beziehung gesetzt werden. Ästhetische und kulturelle Zugänge helfen dabei, unterschiedliche Perspektiven zu eröffnen und Verbindungen zwischen Fächern sichtbar zu machen.

So verstehen wir KulturSchule als einen gemeinsamen Geist, der durch die ganze Schule wirkt. Er verbindet Fächer, Menschen und Lernformen miteinander und schafft einen Rahmen, in dem fachliches Lernen, persönliche Entwicklung, Kreativität und Gemeinschaft zusammengehören. In diesem Sinn ist KulturSchule für uns eine Art Dach über unserem pädagogischen Handeln. Darunter versammeln sich nicht nur künstlerische und kulturelle Angebote, sondern auch Fragen der Schulkultur, des Miteinanders und unserer pädagogischen Grundhaltung. Dass dabei unser Leitspruch „miteinander, voneinander, füreinander“ immer wieder mitschwingt, ist kein Zufall. Er beschreibt ziemlich genau, was wir unter KulturSchule verstehen: eine Schule, die Wissen und Können vermittelt, aber zugleich Beziehungen stiftet, Beteiligung ermöglicht und gemeinsames Gestalten ernst nimmt.

Strukturell

5./6. Klasse – Profilklassen

An der RICARDA haben alle Klassen der Orientierungsstufe ein spezifisches Profil und nicht nur die üblichen NaWi- oder Musikklassen. Damit werden wir den Interessen, Begabungen und Vorlieben unserer Kinder gerecht. Eine Profilausrichtung bietet einer Klasse eine besondere Identität, stärkt den Klassenzusammenhalt und bestätigt die Kinder in ihren Vorlieben und Stärken, und das wird sich positiv für ihre ganze Entwicklung auswirken. Folgende Profile haben wir im Angebot: Naturwissenschaften und Technik (NaWi-Klasse), Kunst-Klasse, Musik-Klasse, Darstellendes Spiel (Theater-Klasse), Bewegung und Gesundheit (Aktiv-Klasse).

7.-10. Klasse – Profilbildung in der Mittelstufe

Mit einem breiten Angebot an Wahlpflichtkursen und Arbeitsgemeinschaften können die Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Kultur (Fremdsprachen, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel), Handwerk (Kochen, Arbeiten mit Holz, Keramik, Papier, Metall, Textilien), Naturwissenschaften und Sport individuelle Schwerpunkte setzen. Mit diesem Angebot führen wir die in der Förderstufe begonnene Profilbildung in der Mittelstufe fort und bieten unseren Schülerinnen und Schülern über den klassischen Fächerkanon hinaus interessante Tätigkeitsfelder und Erfahrungswelten.

11. Klasse – Profilangebote

Profilbildung zur neigungsorientierten Erweiterung des bestehenden Fächerkanons findet auch in der Gymnasialen Oberstufe statt. In der Einführungsphase bieten wir so genannte Profilbildungskurse an. Folgende haben wir derzeit im Angebot: Italienisch, Spanisch, Trialog der Kulturen, Geschichte vor Ort, Informatik, Medienkunde, Erdkunde, Angewandte Mathematik, Rhetorik, Cambridge Certificate, DELF, Kunstpraxis, Musikpraxis, Schulchor, Capoeira.

12./13. Klasse – Theaterprojekte, Projektwoche

In der Qualifikationsphase finden etwa in den Kursen des Darstellenden Spiels Aufführungen größerer Theaterprojekte statt, zudem Ausstellungen in und Vorträge in den Fächern Kunst und Musik; auch die Projektwoche liegt in der Qualifikationsphase, in der die Schülerinnen und Schülern zu ausgewählten Gegenstandsbereichen interdisziplinäre Projektarbeiten durchführen – politische Planspiele, Bierbrauen, usw. usf. .

Alljährlicher themengebundener Projekttag

Im Rahmen der KulturSchul-Initiative haben wir an der Ricarda bereits drei große Projekttage zu vorher bestimmten Themen durchgeführt. In den ersten beiden Jahren konzentrierten wir uns auf die Jubilanten Georg Büchner und unsere Namensgeberin Ricarda Huch, deren 150. Geburtstag wir an der RICARDA ausgiebig gefeiert haben. In 2015 wählten wir mit dem Thema „Zeit und Raum“ eher ein Abstraktum. Diesen Bereichen nahmen sich die Klassen und unterschiedlichsten Kurse in ihrem Fachunterricht an und gestalteten für und am Projekttag, an dem die ganze Schülerschaft in Bewegung war, einen bunten Blumenstrauß vielseitigster Zugänge und Eindrücke davon, was man mit den thematischen Vorgaben so anstellen kann.

Das „Raumspray“

„Manchmal gerät es etwas eitel, wenn man es mit der Gesinnungsprosa übertreibt und nicht immer bekommt man es eindeutig gegriffen, doch es gibt da etwas an unserer Schule, das steckt ganz tief drinnen in ihren Grundfesten und sie gibt es stetig frei und es wabert durch ihre Gänge, durch die Ritzen der Türen und gelangt in alle Räume – es ist kaum vernehmbar und doch immer da und erfasst am Ende alle, die so oder so zu ihr gehören, wahrscheinlich auch euch – ihr werdet sehen – es herrscht ein besonderer Geist an der Ricarda, ein Duft, der einmal wahrgenommen, einem nicht mehr aus der Nase will.“

Olaf W. Dinkela
Aus der Abirede des Jahres 2019

Das Motto

„Miteinander, voneinander, füreinander!“

Ein Filmprojekt der KulturSchulen aus dem Jahre 2014 unter der Regie von Alexander Schnoor…

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